Zur Bezeichnung "Maritz" Batterie

1714 konstituierte der 34-jährige Johannes Maritz eine grosse Maschine, genauer: eine Drehbank. In diese spannte Maritz massiv gegossene, runde und kanonenrohrlange Metallzylinder ein, liess diese um die Längsachse rotieren und bohrte sie in Achsenrichtung aus.

Die Bohrung konnte auf diese Weise exakt auf den Durchmesser der Kanonenkugeln gefertigt werden. Die Fabrikationszeit der Geschütze konnte dank diesem Verfahren massiv reduziert, die Zielgenauigkeit der Geschosse stark verbessert und die Lebensdauer der Kanonen verlängert werden.

Bis zur Erfindung von Maritz wurden die Kanonenrohre aus Bronze und Eisen stets um einen Kern herum gegossen, sodass auf den ersten Blick fertige Geschützrohre entstanden. Einsatzfähig waren die Kanonen jedoch nicht, weil die Läufe zuerst noch ausgeglättet werden mussten.

Da die Kanonen meisten in Serien gefertigt wurden, konnte die Temperatur des flüssigen Metalls nicht konstant gehalten werden, sodass im Guss Unregelmässigkeiten und Spannungen entstanden. Entsprechend hoch war die Ausschlussquote.

Die Artillerieoffiziere, vorab die französischen, waren begeistert vom präzisen Produktionsverfahren des Burgdorfers. In französischen technischen Handbüchern  wurde dessen Erfindung genau beschrieben und als bahnbrechend bezeichnet.

Zusammen mit seinem Sohn Jean übernahm Johannes Maritz 1734 die verlotterte Giesserei von Lyon und später noch jene in Strassburg. 1751 siedelte er nach Bern um, da er für Artillerie des Kantons Bern mehr als 300 Geschütze herstellen sollte.

Die Geschütze wurden nach Kugelgewicht eingeteilt. Es handelte sich beim Auftrag für die Berner Artillerie um sogenannte 2-Pfünder Kanonen (im Durchmesser von 6.3 cm). Einige dieser Kanonen sind heute im Schloss Burgdorf ausgestellt. Johannes Maritz, der Erfinder der Geschützbohrmaschine starb 1743 im Alter von 63 Jahren.